Käfer – Workshop fällt aus!

…und ich hatte mich so auf die Filzbegegnung im März in Niederalteich gefreut. Eine Woche wollten sich über 80 leidenschaftliche Filzer:innen über ihre Passion austauschen. So viele hätte ich endlich auch in echt kennen lernen können.
Mein kleiner Käferworkshop im Vorprogramm war schon lange ausgebucht und ich fieberte dem Tag entgegen.
Der Vorfilz für die Käfer und Spinnen war schon vorbereitet, und hübsche neue Facettenaugen bestellt.
Und jetzt saß ich da – wieder ganz alleine. Neue Käfer wollte ich nicht machen – kann ich schon.
Aber nachdem mir Kerstin Milew Bilder ihre bezaubernden Hummeln geschickt hat (zu sehe in der Galerie), war es Zeit endlich auch geflügelte Insekten zu realisieren. Meine eigenen Versuche waren bisher nicht wirklich zufriedenstellend.
Doch jetzt wußte ich, das es geht. Meine Flügel sind nun aus zwei Lagen Nadelfilz den ich zu einem Vorfilz zusammengefilzt habe. Dann noch ein paar Sariseidefasern darüber…und ab in die Lüfte…

Letztendlich ist jede Idee eine Erweiterung bzw. Fortführung einer vorherigen Idee.

Filz liegt mir am Herzen –

Oder – Anatomiestunde am Filzherz. 
Tatsächlich muss ich gestehen, dass ich so einiges über die Funktion des Herzens und den Blutkreislauf vergessen hatte. Wem das genauso geht, dem empfehle ich ein Herz zu filzen. Danach seid ihr alle Herzspezialisten!
Ich weis jetzt sogar, dass die Herzklappe die sich in die rechte Herzkammer öffnet drei Segel hat. Die Herzklappe vom linken Vorhof in die linke Herzkammer hat nur zwei Klappensegel – die hab ich aber nicht gefilzt – war so schon kompliziert genug.
Auch habe ich gelernt, dass im Lungenkreislauf die Lungenarterien ausnahmsweise sauerstoffarmes Blut und die Lungenvenen ausnahmsweise sauerstoffreiches Blut transportieren.
Jedenfalls kann ich jetzt jedem, anhand meines Anhängers, erklären wie das mit dem kleinen und großen Blutkreislauf funktioniert. 

Der kleine Tümmler

Der gewöhnliche Schweinswal, auch kleiner Tümmler genannt, ist das Wildtier des Jahres 2022.
Er gehört zur Familie der kleinen Zahnwale und ist mit den Delfinen verwandt.
Er lebt als einziges Mitglied der Schweinswal-Familie auch in der deutschen Ost- und Nordsee.
Er ist leider vom Aussterben bedroht.

Bei den Schweinswal Fingerpuppen habe ich meine lang erprobte Vorgehensweise geändert und etwas experimentiert. Ich hatte noch Nadelfilz in passenden Farben und dachte damit geht es schneller…

Magische Halsketten

Nach dem „Lily necklace workshop“ habe ich versucht eigene Ideen in die Technik einfließen zu lassen.
Es entstand ein kleiner Luftgeist mit Bimsstein. Eine magische Kette für eine Elfe mit Wildschweinzahn und zwei Meditations Blumen.

Lilie Halskette

Schon längere Zeit bewundere ich die fein gearbeiteten Halsketten von Anikó Boros
Diese Technik wollte ich gerne einmal ausprobieren und habe mir den „Lily necklace workshop“ gegönnt.
Da ich einfach keine passenden Steine finden konnte, habe ich Glasnuggets, Glasperlen und Metallspitzen verwendet.
Zuletzt fand ich noch einen sehr schönen Flohmarkt Knopf mit geschliffenen Glassteinen. 

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Ihr kennt das sicher auch, mit der Zeit sammeln sich kleine Ideen-Schnipsel an und man hat keine Ruhe – bis sie ausprobiert wurden.
Dieser Pailletten Schal zum Beispiel, den ich auf dem Flohmarkt gekauft habe. Beim größten Teil des Schals habe ich die Pailletten dummerweise schon abgetrennt um sie neu aufzunähen. Erst jetzt hab ich realisiert, dass man auch den ganzen Stoff astrein einfilzen kann!
Dann hatte ich noch einige Glasstücke und Alpaka Rohwolle aus dem Urlaub mitgebracht.
Außerdem wollte ich unbedingt mal diese Metallspitzen verwenden…und…

Erdbeermais

Als ich Anfang des Jahres mit Papier experimentierte, bekam ich den Tipp, dass man auch Maisblätter einfilzen kann. Da es noch zeitig im Jahr war konnte ich ein kleines Maisfeld angelegt.
Nach der Ernte habe ich dann gleich losgelegt – mit mäßigem Erfolg.
Keine einzige Wollfaser hat es geschafft das Blatt zu durchdringen. Erst als ich, beim zweiten Versuch, mit der Filznadel Wolle aufgenadelt hatte blieb das Blatt auf der Wolle haften.
Nachdem ich die Blattränder mit der Nähmaschine annähte und noch eine Borte gehäkelt hatte, bin ich jedoch trotzdem mit meinem Deckchen zufrieden.
War ein Versuch wert und Popcorn kann ich jetzt auch noch machen.

Jimmy und Biene

Es sollten zwei Fingerpuppen nach lebendem Vorbild werden.
Außerdem sollten noch ein paar original Hundehaare mit verarbeitet werden. 
Das es gar nicht so einfach ist einen ganz bestimmten Hund und nicht irgendeinen Hund zu filzen, habe ich erst gemerkt, als ich der Anfrage schon zugenickt hatte. Da musste ich nun durch.
Das schwierige bei Jimmy war die Fellfarbe, da es die so nicht zu kaufen gibt. Da hilft nur selber Färben.
Die Schwierigkeit bei Biene lag in den glänzend, langen Haaren an den Ohren. Jetzt hat sie welche aus glänzender, schwarzer Viskose bekommen.
Das sind definitiv meine ersten und letzten personalisierten Hunde.
Das nächste mal werde ich zuerst den Hund filzen und dann nach einem passenden, lebenden Vierbeiner Ausschau halten!

Ein Belegexemplar?

Mein Belegexemplar der Zeitschrift „filzfun“ ist da!
Das heißt, über mich ist ein Porträt und eine schöne Bild für Bild Anleitung über die „Grundlagen der Doppel-Schablonen-Technik“ enthalten. 
Ich bin glücklich in einer so schönen Ausgabe zu sein.
Es lohnt sich das Heft zu bestellen, wenn man nicht sowieso schon ein Abo hat (unbezahlte Werbung).
Heft 72, Herbst 2021 ist am 30 August 2021 erscheinen.
Ab 3. September könnt ihr die Anleitung für die Spiralen als PDF-Datei auch bei mir bestellen.

Shropshire – und Textaufgabe

Für diese beiden Kissen habe ich einen Vorfilz aus Bergschafwolle hergestellt.
Aber, damit es nicht zu einfach wird, habe ich zuerst ein Schnittmuster entworfen und den Schrumpffaktor mit eingerechnet. Dann die Fläche berechnet und auf eine quadratische Fläche für den Vorfilz umgerechnet. 
Beim Puzzeln der Schnitteile auf den Vorfilz, hab ich mich dann gefragt, ob das jetzt alles so sinnvoll war…beim zusammennähen dann nochmal…
Für die Kissenfüllung habe ich die Shropshire Wolle vorgewaschen. Das ist bei dieser Wolle überhaupt kein Problem, da sie so gut wie nicht filzt. 
Das erste Kissen habe ich mit 200 g, das zweite Kissen mit 250 g Wolle gefüllt. 
Das Schnittmuster für das zweite Kissen war 5 cm kleiner. Die Endgröße ist aber trotzdem fast genauso groß wie das erste. Das zweite Kissen ist mit 250 g Füllung weicher zum Sitzen und wiegt sogar 30 g weniger als das erste Kissen mit insgesamt 550 g.

Textaufgabe: Die Endgröße eines Kissens soll 42 x 42 cm betragen. Wie groß muss der quadratische Vorfilz für das Schnittmuster sein, wenn das Kissen mit 20 % mehr Wolle gefüllt wird und der Schrumpfaktor 1,3 ist?